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Lexikon der Allergene

Allergen:

Ananas
 
Lebensmitteltyp: Obst
 
Beschreibung Herkunft: Die nur in Kultur bekannte Art Ananas comosus (L.) Merr. var. sativus entstammt den Tropen Brasiliens und gehört zur Familie der Bromeliengewächse, Bromeliaceae. Es handelt sich um eine mehrjährige Ganzrosettenpflanze mit einer stark gestauchten, nur etwa 10 cm langen Achse an der bis zu 60 linealische, scharf gesägte und bis 80 cm lange Blätter stehen. Die weißen bis rötlich-violetten Blüten erscheinen in einer etwa 30 cm langen Ähre und bilden ohne Befruchtung eine samenlose Frucht, einen Beerenfruchtverband aus, der sogar die in eine fleischige Form übergehenden Tragblätter der Blüten mit einschließt und von rund-ovaler Form sowie der Größe eines Kinderkopfes ist. Nach der Ernte kann die Kultur über gleichzeitig sich bildende Schösslinge fortgeführt werden. Ananas wird heute in den Tropen der ganzen Welt angepflanzt. Für die Geschmacksausbildung sind vor allem ein Buttersäuremethylester und das Enzym Bromelin maßgeblich.
 
Zubereitung Verzehr: Die gekühlt haltbaren Früchte werden vor allem roh und als Konserve verzehrt. Die Saftherstellung gewinnt in jüngster Zeit immer größere Bedeutung. Aus den Blättern werden zum Teil auch Spreitenfasern (Ananashanf, Bromelienfaser) gewonnen.
 
Lebensmittelrecht: Ananas ist die österreichische Bezeichnung für Gartenerdbeere!
 
Allergologie: Allergien gegen Ananas sind selten und können nicht nur beim Genuss sondern auch bei der Verarbeitung von Ananas auftreten. Ein Hauptallergen ist offensichtlich die in der gesamten Pflanze vorkommende Protease Bromelin (= Bromelain), welche auch verbreitete Anwendung in Verdauungspräparaten findet. Beschrieben wurden sowohl Urtikaria als auch gastrointestinale bis hin zu bronchialen und anaphylaktischen Reaktionen. Die inhalative Exposition bei der Verarbeitung der Pflanzen kann zum Asthma bronchiale führen. Bei Pollenallergikern lassen sich zwar relativ häufig Antikörper nachweisen, doch liegt nur relativ selten eine klinische Relevanz vor.
 
Immunologie: Als Allergene sind nachgewiesen: Ein Allergen ist das Bromelain, eine Protease; eine analoge Form dieses Proteins kommt als Actinidin in Kiwi und als Papain in Papaya vor, was eine gewisse Kreuzreaktivität vermuten lässt. Eine Antigengemeinschaft besteht auch mit Weizenmehl, Roggenmehl, Gräser- und Birkenpollen. Ein weiteres Allergen ist das Ananain, eine Cysteinprotease mit einer überraschenden Kreuzreaktion zu Der p 1, dem Hauptallergen der Hausstaubmilbe.
 
Exposition von: Januar
 
Exposition bis: Dezember
 
Klinische Relevanz: leicht
 
Kreuzreaktivität:
    Vorkommen möglich
  • Latex
  • Raygras, englisches

   

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