Früher Behandlungsbeginn verbessert das Ansprechen auf die SIT bei Hausstaubmilbenallergie

23.03.2017

WUHAN – Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist die einzige kausale Behandlungsform, einer allergischen Erkrankung. Allerdings wird sie nur selten (< 10 % der Allergie- und Asthma-Patienten weltweit) und oft erst spät verordnet. Chinesische Wissenschaftler haben nun jedoch gezeigt, dass die frühe Aufnahme einer SIT im Fall der Hausstaubmilbenallergie das Ansprechen auf die Behandlung deutlich verbessert.


Wer profitiert am meisten von der Behandlung?
Trotz einer in zahlreichen Studien nachgewiesenen Ansprechrate von bis zu 90 Prozent und dem langfristigen Nutzen einer solchen Therapie werde die SIT häufig nur als sekundäre Behandlungsoption in Erwägung gezogen, schreiben die Autoren. Die Gründe hierfür sind demnach die vergleichsweise hohen Therapiekosten und die lange Behandlungsdauer sowie individuelle Unterschiede hinsichtlich des Ansprechens auf die SIT. Umso wichtiger sei es, Vorhersagefaktoren für eine erfolgreiche Behandlung zu identifizieren, begründeten Shanshan Qi und Kollegen von der Huazhong Universität in Wuhan, China, ihren Studienansatz.
Hierfür hatten sie den Verlauf der SIT bei 251 Patienten mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben über drei Jahre hinweg verfolgt und dabei  die auftretenden Symptome, den Gebrauch von Medikamenten und eventuell auftretende Nebenwirkungen der SIT erfasst. Vor Aufnahme der SIT zeigten die Studienteilnehmer bereits seit durchschnittlich 5,3 Jahren allergische Symptome (Niesen, Juckreiz, laufende oder verstopfte Nase). Als Ansprechen (Response) auf die SIT definierten die Forscher einen Rückgang der allergischen Symptome um mindestens 30 Prozent nach drei Jahren.


Lokale Reaktionen als Zeichen für ein arbeitendes Immunsystem
Die Auswertung der Daten ergab, dass insgesamt rund 70 Prozent der Patienten auf die SIT ansprachen. Diese Gruppe von Patienten litt im Schnitt erst seit 4,2 Jahren unter allergischen Symptomen, während die durchschnittliche Krankheitsdauer in der Non-Responder-Gruppe 7,8 Jahre betrug. Darüber hinaus zeigte sich, dass Responder zu Studienbeginn stärkere Beschwerden hatten (mittlerer Visuelle Analogskala(VAS)-Wert 7,5 ± 1,8) als Nicht-Responder (mittlerer VAS-Wert 6,9 ± 1,8). Nach dreijähriger Behandlung waren die Symptome in der Responder-Gruppe deutlich schwächer (mittlerer VAS-Wert 2,9 ± 1,7) als in der Nicht-Responder-Gruppe (mittlerer VAS-Wert 5,6 ± 1,4). Alle Studienteilnehmer benötigten während der Behandlung außerdem weniger Medikamente.


Als Zeichen für ein Ansprechen auf die Therapie werteten die Forscher auch das Auftreten von lokalen Reaktionen auf die subkutane Verabreichung der Allergenpräparate. So waren solche Reaktionen bei 82,3 Prozent der Responder aufgetreten, während in der Non-Responder-Gruppe nur 47,4 Prozent der Teilnehmer lokale Reaktionen zeigten.


Entsprechend erwiesen sich in einer statistischen Analyse der Daten die Dauer der allergischen Symptome vor der SIT und das Auftreten lokaler Reaktionen auf die Injektion als Prädiktoren für das Ansprechen auf die SIT. Die Forscher empfehlen deshalb, die Immuntherapie frühzeitig aufzunehmen, möglichweise sogar als initiale Therapieoption.


Quelle: Int Arch Allergy Immunol 2017;171(3-4):234-240.


(c) Biermann Medizin 2017.

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