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Allergietagebuch App: Verschiedene allergische Beschwerden gleichzeitig beeinträchtigen Patienten stark

MONTPELLIER - Menschen mit einer Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben oder andere Allergene aus der Luft werden meist von mehreren Symptomen wie Heuschnupfen, tränenden Augen und/oder Asthma (allergische Multimorbidität) geplagt. Wie diese Beschwerden bei den einzelnen Betroffenen zusammenwirken und welche Auswirkungen dies auf die Arbeitsproduktivität der Patienten hat, hat ein internationales Wissenschaftlerteam mithilfe einer Smartphone-App untersucht.

Die Daten wurden im Rahmen des internationalen von der europäischen Kommission geförderten MASK-Rhinitis-Studienprojekts (Mobile Airways Sentinel NetworK for allergic rhinitis) mithilfe eines App-basierten Allergietagebuchs erhoben. Diese App ist in 16 verschiedenen Sprachen vorhanden und kann im besten Fall dazu führen, die Versorgung von Patienten mit allergischer Rhinitis zu verbessern. In diesem Projekt dokumentierten 4210 Nutzer aus 19 Ländern ihre allergischen Beschwerden mit Hilfe dieser App. Dazu standen ihnen fünf visuelle Analogskalen zur Verfügung, mit deren Hilfe sie ihre Verfassung bzw. Lebensqualität insgesamt, Beschwerden an Augen, Nase und Lunge (Asthma) sowie ihre Arbeitsproduktivität beurteilten. Insgesamt konnten die Forscher 32.585 Tagesprotokolle auswerten.

Dabei zeigte sich, dass die von den Nutzern berichtete Lebensqualität als Maß für die Kontrolle der Symptome eng mit der allergischen Multimorbidität korrelierte. In mehr als 80 % der Tage, an denen die Nutzer eine starke Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität angaben, lagen Beschwerden an den Augen vor, in mehr als 60 % der Fälle mit eingeschränkter Lebensqualität berichteten die Nutzer über Asthma. Alle Symptome (Augen, Nase, Asthma) beeinträchtigen die Arbeitsproduktivität der Teilnehmer. Lagen sie gleichzeitig vor, hatte dies die stärksten Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Betroffenen.

„Insgesamt haben wir eine beträchtliche Variabilität der allergischen Multimorbidität bei den einzelnen Studienteilnehmern gefunden, die auch ein bislang unbekanntes, extremes Muster unkontrollierter Beschwerden umfasste“, schlussfolgern die Wissenschaftler aus ihren Befunden.

Quelle: Allergy, 22. März 2018; doi: 10.1111/all.13448.